Tugend gibt Leichtigkeit im Leben

Klugheit, Tapferkeit, Maßhalten und Gerechtigkeit: Die Psychologie entdeckt die antiken Tugenden wieder als mobilisierbare Stärken. Zum Thema macht dies im Mai die Fachtagung „Charakter und Charisma“ an der Uni Wien. „Man schätzt, dass Gene und Umwelt menschliches Verhalten zu je 40 Prozent vorherbestimmen. Die restlichen 20 Prozent sind freier Wille – den man durch Störungen verlieren, durch Tugenden aber stärken kann“, erklärt Tagungsleiter Raphael Bonelli.

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Die Wiederentdeckung der Tugenden

VISION 2000: Fastenzeit – ein fortgesetzter Appell zur Änderung. Kann sich der Mensch ändern?

Univ. Doz. Raphael Bonelli: Das ist in der Psychotherapie eine große Diskussion. Für einen religiösen Menschen erscheint das zwar seltsam. Im christlichen Weltbild ist ja schon vorweggenommen, dass der Mensch sich ändern kann. Im psychologischen Lehrsystem ist das bisher nicht so klar gewesen.

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Tugend in der Psychologie

Das Video ist Teil der kath.net-Gesprächsreihe „Selbsterkenntnis & Selbstbetrug“.

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Von der Langfristigkeit des Glücks

Die moderne positive Psychotherapie fragt gemäss Bonelli nicht mehr nach Defiziten, sondern sie will den Blick öffnen auf das Langfristige, das glücklich macht, auf Tugenden wie die Kardinalstugenden, die in der psychologischen Forschung etwa von Martin Seligmann bestätigt werden. Gemäss Bonelli rührt viel Leid daher, dass die Menschen zum Dauerhaften nicht mehr fähig oder willens sind, da es unterwegs Verzicht kostet. Das gerade Drängende steht im Vordergrund, nicht das, was ein Leben tragen kann. Dazu lehren schlechte Ratgeber, sich ganz auf sich selbst, auf die wechselnden Eingebungen des Ich zu konzentrieren. Dies führt zu Enttäuschungen und oft in die Verblendung einer egozentrischen, selbstmitleidigen Gefühlsanalyse.

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Psychologen entdecken zunehmend die Bedeutung christlicher Tugenden

Laut Bonelli vertreten manche Psychologen heute die Auffassung, dass die Psychotherapie jahrelang in die falsche Richtung gelaufen sei. Sie hätten das Ich vergötzt und zum neuen Goldenen Kalb gemacht. Inzwischen beschäftigten Forscher sich stärker mit Tugenden wie Weisheit, Mut, Liebe, Gerechtigkeit, Mäßigung und Spiritualität. Dazu zählten auch der Sinn für Schönheit, Dankbarkeit, Hoffnung, Vergebungsbereitschaft und Humor. Zur Mäßigung gehöre die Demut, sich wahrheitsgemäß einzuschätzen sowie die Einsicht, dass man Gott mehr lieben solle als sich selbst.

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