Cyber-Sex-Sucht

„Die Möglichkeiten des Internet bringen die Sexsucht in eine neue Dimension“, sagt Doz. Dr. Raphael Bonelli, Psychologe und Neurologe an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien. „Cyberpornografie ist oft gewalttätiger als Print- oder Videopornografie, sie bietet mehr Freiräume für deviante Praktiken.“ Mit der Zeit tritt ein Gewöhnungseffekt ein: das Ungewöhnliche wird normal, das Normale erscheint langweilig. „Das Internet fördert die Late-onset-Entwicklung von fetischistischen Präferenzen und die Verbreitung von riskanten Sexualpraktiken wie Asphyxie.“

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Im Netz gefangen

Was Michael beschreibt, ist für Bonelli nicht ungewöhnlich, geradezu klassisch. Die typischen Symptome einer Internet-Sexsucht, so der Experte, seien Kontrollverlust, exzessiver Gebrauch des Internets (verbunden mit Verlust an  Zeitgefühl und Ignorieren basaler Notwendigkeiten wie Essen und Trinken), Entzugserscheinungen wie Ärger oder Spannung beim Nichtverfügbarsein des Computers sowie  die Steigerung der Dosis – es müssen nicht nur die bessere Software, sondern auch immer mehr und außergewöhnlichere Pornoinhalte her.

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