Gefangen in der Opferfalle

Nichts ist so intim wie die eigene Schuld. Die Abwehraggression beim Thema der eigenen Schuld ist deutlich spürbar, besonders auffällig natürlich bei Paartherapien, bei denen jeweils „Unschuld“ auf Beschuldigung prallen. Die peinlichen Verrenkungen, um offensichtliche Fehler zu verleugnen, sind bemerkenswert. Wir verdrängen unsere Schuld, weil sie letztlich Schmerz bedeutet. Viele Menschen tun sich heute schwer, die Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen und haben sich ein entlastendes Erklärungsmuster von Fremdbeschuldigung und Selbstmitleid zurechtgelegt. Fast jeder sieht sich als Opfer. Dieser Mechanismus ist aber der seelischen Gesundheit nicht förderlich, denn das Opferdasein ist ein psychodynamische Sackgasse, die in der Fachliteratur häufiger als „Opferfalle“ beschrieben wird. Ändern können wir nur ganz selten die anderen, aber immer uns selbst.

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