Die Politik ist die Bühne des Narzissten

Bietet die Politik Narzissten eine besonders gute Bühne?
Der Narzisst benötigt Bewunderung – und zwar exzessiv. Das hält er für gerechtfertigt und die einzig legitime Art, über ihn zu denken. Da ist die Politik natürlich eine unglaublich gute Bühne – aber nicht die einzige. Trump hatte früher seine eigene Talkshow. Viele Schauspieler neigen zum Narzissmus. Aber auch der Fußball bietet eine großartige Bühne. Der Fußballer hat aus psychiatrischer Sicht das Problem, dass er in jungen Jahren eine Fertigkeit besonders gut kann, nämlich ein rundes Leder mit dem Bein in ein Tor zu schießen. Das wird in unserer Gesellschaft überraschenderweise sehr stark honoriert. Da hat es ein 18-Jähriger schwer, das richtig einzuordnen. Es jubeln ihm ja tatsächlich alle zu. David Alaba ist ein Beispiel für Bescheidenheit trotz großen Erfolgs. Wenn aber Ronaldo Sprüche von sich gibt wie „Mein Sohn braucht keine Mutter. Nur mich!“ zeigt das doch eine beträchtliche Abgehobenheit von der Realität.

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Hält der Glaube uns gesund?

Bonelli verweist aber auch ­darauf, dass Glaube nicht nur ­gesund, sondern auch krank ­machen kann: Dann nämlich, wenn die religiöse Praxis nicht aus eigener Überzeugung, sozusagen von innen heraus (intrinsische Religiosität), sondern durch äußeren Druck entsteht (extrinsische Religiosität) – also zum Beispiel aus Angst vor Konse­quenzen oder aus dem Gefühl, sich Liebe verdienen zu müssen. Solche krank machenden Auswirkungen sind allerdings deutlich seltener zu beobachten.

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