Psychisch gesund durch Religiosität

„Vergleichbar mit Empathie, ist Religiosität eine Fähigkeit, die jeder hat und fördern oder brach liegen lassen kann“, so der Leiter des Instituts RPP (Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie). Über weite Strecken des 20. Jahrhunderts sei Religion in der Therapie ignoriert oder sogar als Blockade angesehen worden, berichtete Bonelli, der auch an der Wiener Siegmund-Freud-Privatuniversität lehrt. Dies sei ein „überholtes“ Erbe Sigmund Freuds, dessen Einstellung zu Religion als „kollektive Zwangsneurose“ auch heute noch die Medizin- und Therapieausbildung präge. Immer mehr würden diese Vorbehalte jedoch aufbrechen, „die Fachwelt denkt um und erkennt, dass Spiritualität gesund ist“, so der Wiener Forscher.

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Wo Religion für die Psyche hilfreich ist

Das Ergebnis fasst der Wiener Neurowissenschafter so zusammen: „Alle Studien zusammen berichten zu 74 Prozent eine positive Korrelation zwischen Religiosität bzw. Spiritualität und psychischer Gesundheit, zwei Prozent finden keinerlei Korrelationen, 19 Prozent zeigen gemischte Resultate (sowohl positive wie negative) und fünf Prozent fanden eine negative Korrelation.“ Alle Studien zeigten demnach für Demenz, Suizid und Neurose einen positiven Einfluss der Religiosität auf die psychische Gesundheit. Dasselbe Ergebnis hätten 79 Prozent der Studien über Depression und 67 Prozent der Arbeiten über Suchterkrankungen gebracht. Andererseits seien die meisten Studien über Schizophrenie gemischt oder positiv gewesen, jene über bipolare Erkrankungen gemischt oder negativ.

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