Narzissmus macht Männer krank

Besonders bei Männern stimmt die narzisstische Störung mit höheren Cortisolwerten überein, bei Frauen jedoch kaum. „Allgemein gibt es unter den Narzissten deutlich mehr Männer als Frauen. Dies könnte sowohl biologisch als auch gesellschaftlich bedingt sein – denn auch die Rollenerwartung, dass Männer durch Intelligenz oder Karriere stets mehr darstellen müssen, lässt sie mehr protzen und bluffen, was die Störung begünstigt“, betont Bonelli. Ungeklärt bleibe aber auch, ob der höhere Hormonspiegel Folge oder Auslöser von Narzissmus ist.

Dass Stress und Narzissmus zusammenpassen, halten die Experten allerdings für plausibel. „Narzissten leben unsicher und haben ein brüchiges Selbstwertgefühl, da sie stets Angst haben müssen, dass jemand ihr idealisiertes Selbstbild in Frage stellt“, berichtet der Wiener Psychotherapeut und Psychiater. Doch auch abseits des Auffliegens sind Disharmonie mit der Umgebung und innere Unruhe vorprogrammiert. „Der dauernde Gedanke, dass dich alle anderen um deine Position beneiden, kostet viel Energie – wie auch im anderen Fall der Neid gegenüber dem Umfeld.“

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Neid

Beitrag im Portal dada-dada.tv

Frau und Mann: Zu 90 Prozent verschieden

90 Prozent der Eigenschaften sind geschlechtstypisch, während sich die verbleibenden zehn Prozent der Gemeinsamkeiten etwa auf Perfektionismus oder Lebendigkeit beziehen. Ein Ergebnis, das Fachexperten nicht überrascht. „Besonders in den 70er- und 80er-Jahren führte die Wissenschaft alle Geschlechtsunterschiede auf Erziehung und Gesellschaft zurück. Seit zehn Jahren gibt es jedoch eine Trendwende weg von dieser ideologischen Prägung“, berichtet der Psychiater Raphael Bonelli von der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien. Den ersten Tabubruch hat im Jahr 2000 Simon Baron-Cohen von der Universität Cambridge geliefert. In Experimenten mit Neugeborenen zeigte er, dass Frauen von Geburt an eindeutig empathischer, Männer hingegen systematischer veranlagt sind. In kognitiven Leistungstests sind Frauen verbal klar überlegen, während Männer bei der räumlichen Vorstellung die Nase vorne haben. „Dass sich Unterschiede auch in Merkmalen der Persönlichkeit zeigen, überrascht nicht. Sehr wahrscheinlich liefern auch zahlreiche andere Studien bei kritischer Durchleuchtung dasselbe Ergebnis“, vermutet Bonelli.

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Das „Böse“ in uns

Livesendung über Grenzfragen zwischen Psychiatrie und Spiritualität auf Radio Maria