Wenn Islamophobie krankhaft wird

Wiener Zeitung: Neuerdings befassen Sie sich mit Islamophobie. Ist das ein medizinischer Begriff?

Bonelli: Islamophobie nicht, Phobie schon. Sie meint die neurotische Angst vor etwas Konkretem. Schlangenphobie, Höhenangst oder Sozialphobie gehören dazu. Xenophobie fehlt in internationalen Klassifikationen von Krankheiten, hat aber einen psychologischen Hintergrund. Auch sie bezeichnet die Angst, das Unwohlsein durch einen äußeren Stimulus, den Fremden, durch den man sich persönlich bedroht fühlt.

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Da sind manche päpstlicher als der Papst

kath.net: Herr Dozent, Ihr Institut organisiert nach „Psychotherapie und Beichte“ im Stift Heiligenkreuz plötzlich die Tagung „Islamophobie und verwandte Phänomene“ in der Wiener Moschee. Das hat manche verunsichert. Haben Sie die Seiten gewechselt?

Bonelli: (lacht) Naja, ich glaube nicht, dass das gleich ein Seitenwechsel ist. Einerseits heißt die Tagung „Das Unbehagen mit der Religion“.Das heißt, der antireligiöse Affekt gegen alles Religiöse steht im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Betrachtung, nicht der Islam. Andererseits ist das tatsächlich eine islamfreundliche Fachtagung, denn unser Institut ist nicht konfessionell gebunden, sondern schätzt jede Religiosität und untersucht psychologische Aspekte in diesem Zusammenhang. Bereits auf unserem ersten Kongress im Jahr 2007 sind insgesamt zehn Religionsgemeinschaften und Weltanschauungen zu Wort gekommen.

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Der antireligiöse Affekt

Livesendung über Grenzfragen zwischen Psychiatrie und Spiritualität auf Radio Maria