Innerlichkeit hilft Burnout-Betroffenen nachweislich

Bei psychischen Störungen und bei Burnout-Syndrom tritt auf, was die Psychopathologie als „innere Leere“ bezeichnet – ein Gefühl von Antriebs- und Sinnlosigkeit. Für Bonelli existiert aber auch ein Gegenpol, die „Innerlichkeit“. Damit meint er die innere, ureigenste Ausrichtung auf etwas, das außerhalb des Selbst liegt. Die Besinnung auf Innerlichkeit helfe Burnout-Betroffenen nachweislich, der Arbeit wieder ihren angemessenen Platz zuzuweisen. „Das hat jedoch nichts mit Theologie zu tun, weil es nicht notwendigerweise um religiöse Inhalte geht“, sagt Bonelli, der eine Studie zum Thema „Religiosität und Krankheitscoping“ leitet. Vielmehr sei das Potenzial von Spiritualität zur Stärkung der psychischen Belastbarkeit unabhängig von der Konfession wissenschaftlich belegt.

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Eine von Liebe und Wertschätzung geprägte Paarbeziehung ist der beste Schutz vor Sexsucht

Als wichtigstes Merkmal für Sexsucht sieht Bonelli die fehlende Wertschätzung gegenüber dem „Du“. „Der Sexpartner ist nicht mehr als Person interessant, sondern wird als Mittel der eigenen Befriedigung missbraucht. Sexsüchtige kreisen ständig um sich selbst und um die eigene Lust.“ Im Gegensatz dazu sei eine von Liebe und Wertschätzung geprägte Paarbeziehung der beste Schutz vor Sexsucht. „Meist will der Mann häufigeren und abartigeren Sex als die Frau, die nicht immer kann, wenn er Lust verspürt. Frauen sind oft das bodenständige Regulativ und verweisen den Sexualtrieb des Mannes in seine Grenzen. Wenn er darauf Rücksicht nehmen kann, ist auch ihm geholfen.“

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Fehler zugeben als Weg aus der Isolation

„Zugeben, dass man auch Fehler machen, dass man auch schuldig sein kann, kann viel heilen. Die Wahrheit macht frei“, erläutert Bonelli. Und letztlich: Wer den ständigen Selbstbetrug aufgibt, wer die Schuld nicht immer nur bei anderen sucht, wer auch Fehler zugeben kann, wird wieder liebenswerter und beliebter. So gesehen kann Ehrlichkeit gegen sich selbst auch ein Weg aus der Isolation, ein Tor für neue Freundschaften sein.

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Zwanghafte, ichhafte Sexualität ruiniert die Beziehungsfähigkeit

„Die Internetsexsucht zählt man einerseits zur Sexsucht, bei der die Sexualität in Form von pornografischem Material aus dem Internet bezogen wird. Andererseits wird sie auch unter der Internetsucht subsumiert, wo sie neben der Sucht nach sozialen Netzwerken wie Facebook und den Online-Rollenspielen wie ‚World of Warcraft’ die dritte Untergruppe ausmacht“, erklärt Universitätsdozent DDr. Raphael Bonelli, Facharzt für Psychiatrie und Leiter der Forschungsgruppe Neuropsychiatrie der Sigmund-Freud Universität Wien. Schätzungen zufolge sind rund 40.000 Österreicher abhängig von pornografischen Angeboten im Internet. Der Großteil davon sind Männer.

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Burnouts entstehen durch falsche Identifikation

Falsche Ansprüche an den Beruf sieht Bonelli als häufige Burnout-Verursacher. «Viele wünschen sich insgeheim, dass sie aufgrund ihres beruflichen Übereifers geliebt, anerkannt und beachtet werden. Sie wenden immer mehr Zeit und Einsatz für die Aufgaben auf. Ihr Umfeld sieht das jedoch nach einiger Zeit als normal an und setzt die Erwartungen höher.» Spätestens wenn der Glaube enttäuscht wird, man sei unersetzlich und unkündbar für die Firma, fliegt auch die Lebenslüge auf – die Sinnkrise ist vorprogrammiert.

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Burnout und Innerlichkeit

Livesendung über Grenzfragen zwischen Psychiatrie und Spiritualität auf Radio Maria