Suchtgefahr durch „Sex per Mausklick”

Der Sonntag: Was ist „Internetsexsucht”?

Bonelli: Internet-Sexsucht gilt nach dem amerikanischen Psychiater Jerald J. Block neben pathologischem Internet-Spielen und exzessivem Chatroom-Gebrauch als eine der drei Untertypen der Internetsucht. Erst vor zwei Jahren definierte er in der federführenden psychiatrischen Zeitschrift „American Journal of Psychiatry” diese drei Formen mit vier gemeinsamen Kriterien:

  1. exzessiver Gebrauch des Internets, verbunden mit Verlust an Zeitgefühl oder Ignorieren basaler Notwendigkeiten (z.B. Essen, Trinken)
  2. Entzugssymptome, wie Ärger, Spannung, und/oder Depressionsgefühle, wenn der Computer nicht erreichbar ist
  3. Dosissteigerung, d.h. immer bessere Rechner, mehr Software, mehr Stunden vor dem Bildschirm
  4. negative soziale Interaktionen, inklusive Streit, Lügen, Leistungsabfall, soziale Isolation und konsekutiven Erschöpfungsgefühlen.

Wenn also Cybersex zu Kontrollverlust und erheblichem subjektiven Leidensdruck führt, wird das im medizinischen Sprachgebrauch als Sucht oder Impulskontrollstörung eingeordnet. Diesem Thema ist unsere Tagung (www.internetSEXsucht.at) gewidmet. Der Gebrauch von Internetsex selbst wird in der Psychiatrie nicht pathologisiert.

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