Neue Sachlichkeit gegenüber dem Religiösen in der Psychotherapie

Eines sei natürlich klar, räumt Bonelli ein: „Wir wissen alle, dass es auch eine pathogene Religiosität gibt, die nicht hilfreich ist.“ Der Grazer Psychiater hält diese Studien, die in Europa noch kaum beachtet sind, für revolutionär. Insgesamt stellt er innerhalb der Psychiatrie eine „neue Sachlichkeit“ gegenüber dem Religiösen fest. Ein Kongress wie dieser „wäre vor zehn Jahren noch nicht möglich gewesen“, ist er überzeugt.

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Vergebung ist heilsam

Der Sonntag: ”Verletzung, Verbitterung, Vergebung“ lautete der Titel der Tagung am 10.Oktober in Wien: Warum dieses Thema?

Bonelli: Wir beobachten in den psychotherapeutischen Praxen in zunehmendem Maß Verbitterung. Das zeigt auch die Nachfrage nach unserer Veranstaltung, die mit 600 Teilnehmern alle Erwartungen übertroffen hat. Grund dafür ist die erhöhte Verletzbarkeit und Kränkbarkeit des heutigen Menschen. Die Verbitterungsstörung als psychiatrische Realität entsteht infolge einer Kränkung, die den Menschen in seinem zentralen Lebensbereich trifft.

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